Weihnachtskrippe

Unsere Schaufensterkrippe

Für alle, die mehr wissen wollen über unsere neue, im November 2021 entstandene Schaufensterkrippe … Im Folgenden findet ihr/finden Sie Antworten auf Fragen, die das Filmteam des Wahlfaches ‚Kreative Medienwerkstatt‘ gestellt hat.

1. Warum wurde die Krippe gebaut?

Religion und Weihnachten sind ein wichtiger Teil unserer Kultur. Als Kulturschule wollten wir einfach die Gelegenheit nutzen, gemeinsam mit interessierten Schülerinnen und Schülern die Botschaft von Weihnachten neu zu entdecken und sie künstlerisch umzusetzen. Da wir derzeit für die Zusammenarbeit mit Künstlern an unserer Schule als Kulturschule auch Gelder zur Verfügung haben, haben wir uns um die Finanzierung dieses Projektes bemüht und Stefan Weyergraf gen. Streit (gesprochen: gen. = genannt) unseren Wunsch vorgetragen. Er war für uns der ideale Partner für unsere Idee eine ‚Schaufensterkrippe‘ zu gestalten, da er zum einen Künstler, aber auch Theologe ist.

2. Wie und warum sieht die Krippe so aus?

Als es darum ging, einen Ort zu finden für unsere Krippe, waren wir uns in der Fachschaft Religion sofort einig, dass sie im Eingangsbereich der Schule im ‚Schaufenster‘ aufgestellt werden soll. Das Problem war nur, dass es unmittelbar hinter den Fensterscheiben keinen Platz gibt, um ein größeres dreidimensionales Objekt aufzustellen. Also suchten wir gemeinsam mit dem Künstler nach einer Lösung. Stefan Weyergraf gen. Streit hatte dann die Idee, unsere Krippe auf Holzplatten zu gestalten und diese unmittelbar hinter den Fenstern zu platzieren, damit das Kunstwerk auch hinter den verspiegelten Scheiben gesehen werden kann. Um die Sichtbarkeit zu erhöhen und wichtige Elemente darin besonders hervorzuheben, haben wir auch seinen Vorschlag umgesetzt, mit Durchbrüchen zu arbeiten, also bestimmte Formen auszusägen und die Krippe von hinten mit Licht zu beleuchten. Das sieht auch in den Abendstunden schön aus und wird sicherlich auch den ein oder anderen Passanten auf der Gymnasiumstraße ansprechen, der an unserer Schule vorbeigeht. Was freilich nur am Tag erkennbar sein wird, sind die vielen kleinen Zeichnungen, die die an der Gestaltung der Krippe beteiligten Schülerinnen und Schüler auf die Holzplatten gemalt haben. Sie laden ein, genauer hinzuschauen und zu entdecken, mit welchen schönen, aber auch sorgenvollen Gedanken und Ängsten junge Menschen heute an die Krippe kommen, was sie beschäftigt und was sie Jesus gleichsam „mitbringen“ wollen.

3. Welche Besonderheiten an der Krippe gibt es?

Jeder, der unsere ‚Schaufensterkrippe‘ anschaut, wird zunächst wohl überrascht sein, da sie sich von üblichen Krippen durchaus unterscheidet. Sie ist weder romantisch, noch gibt es einen Stall, und auch Maria und Josef fehlen. Stattdessen dominieren Piktogramme, wie z.B. der große Fluchtpfeil samt Fluchtmännchen oder ein großer feuerspeiender Drache als Symbol für alles, was uns zu schaffen macht und regelrecht „flüchten“ lässt. Wer um die Ecke schaut, entdeckt den „Fluchtpunkt“: die Krippe. Das Kind, eingebettet in einen großen, vom Himmel kommenden hellen Stern, der gleichzeitig auch ein Davidsstern ist (Jesus war ja Jude), steht im Mittelpunkt der Krippendarstellung. Alle sonstigen Elemente und Zeichnungen sind auf diese Mitte hin ausgerichtet, denn Jesus ist der, zu dem wir mit allem, was uns bewegt, kommen dürfen. An seiner Krippe dürfen wir zur Ruhe kommen und Hoffnung schöpfen. Durch seine Menschwerdung kommt Licht in unsere oft recht dunkle Welt. 

4. Was passiert mit der Krippe nach diesem Jahr?

Es war uns von Anfang an ein großes Anliegen, dass wir unsere Krippe auch in den kommenden Jahren erneut in der Advents- und Weihnachtszeit aufbauen können. Und abgesehen davon, dass sie uns an unserer Schule Jahr für Jahr neu Freude machen und zum Nachdenken anregen soll, möchten wir sie auch allen Ingolstädtern als „Hingucker“ anbieten. Vielleicht kennen manche von euch den „Ingolstädter Krippenweg“. Dieses Jahr konnten wir leider nicht mehr ins Programmheft aufgenommen werden, das zum Besuch verschiedener, über das ganze Stadtgebiet verteilter Krippen einlädt. Wir hoffen aber, dass wir im nächsten Jahr darin mit unserer ‚Schaufensterkrippe‘ vertreten sein werden. Es ist ja durchaus etwas Besonderes, wenn ein „echter Künstler“ gemeinsam mit Schülern ein solches Projekt gestaltet.

5. Welche Materialien wurden benutzt?

Das Grundmaterial waren die bereits erwähnten Holzplatten. Daneben brauchten wir natürlich noch Farbe, Plakatstifte und weißen Stoff zum Hinterlegen der aus dem Holz ausgesägten Elemente.

6. Werden ähnliche Aktionen an anderen Tagen folgen?

Vielleicht stellt ihr euch das alles ein bisschen einfacher vor, als es tatsächlich ist. Wie schon gesagt, kosten solche Aktionen natürlich auch Geld. Ohne die Gelder aus dem Projekt ‚Kulturschule‘, die von der Mercatorstiftung stammen, wäre es uns nicht möglich gewesen, diese Aktion zu stemmen. Auch die Fachschaft Kunst und der Freundeskreis der Schule werden noch ein bisschen mitfinanzieren, damit auch die Materialkosten gedeckt sind.

7. Wer ist der Künstler?

Stefan Weyergraf gen. Streit stammt ursprünglich aus Lenting und arbeitet zum einen als freiberuflicher Künstler, aber auch als Kunstlehrer am Willibald-Gymnasium in Eichstätt. Er hat Kunst und katholische Theologie studiert und war schon bei verschiedenen Ausstellungen in ganz Deutschland vertreten. Über Deutschland hinaus bekannt wurde er z.B. durch den von ihm im Jahr 2011 gestalteten Ökumenischen Jugendkreuzweg der deutschsprachigen Länder, Frankreich und Belgien mit dem Titel ‚Augenblicke‘. Ein wichtiges Betätigungsfeld ist für ihn auch die künstlerische Gestaltung der Innenausstattung von Kirchen.

8. Wie heißt die Homepage des Künstlers?

Unter http://stefan-weyergraf-streit.de/ könnt ihr mehr über ihn herausfinden.

9. Wie finden Sie die Krippe und sind Sie mit ihr zufrieden?

Ich finde die Krippe wirklich sehr gelungen. Sie lenkt für mich den Blick auf das, was Weihnachten uns eigentlich sagen will: Gott wird Mensch, um uns zu zeigen, wie sehr er uns liebt. Er begibt sich hinein in eine Welt voller Hass und Not und wird einer von uns. Schon bei der Ideenfindung kam mir eine Zeile aus einem alten Weihnachtslied in den Sinn, die mir seither nicht mehr aus dem Kopf geht: „Ich steh an deiner Krippe hier …“. Jeder, der unsere ‚Schaufensterkrippe‘ betrachtet, wird sich in den verspiegelten Scheiben selbst vor dieser Krippe Jesu wiederfinden. Ich finde dieses Kunstwerk eine wirklich gelungene Einladung an jeden, das Geheimnis von Weihnachten neu zu entdecken und daraus Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen für unsere Welt und unser ganz persönliches Leben.

10. Wie fanden Sie den Krippenbau?

Absolut spannend. Schon das Treffen, bei dem Ideen zusammengetragen und die Konzeption besprochen wurde, war unglaublich. Die Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler mit den Ideen des Künstlers zu einem Gesamtkonzept zusammenzufügen und dabei noch mit den praktischen Herausforderungen klarzukommen, die der von uns ausgesuchte Platz für die Krippe mit sich brachte, war eine echte Meisterleistung. Ich fand es auch sehr bereichernd, dass Stefan Weyergraf gen. Streit den beteiligten Schülerinnen und Schülern wirklich sehr viel Raum gelassen hat, ihre eigenen Ideen in ganz verschiedenen Zeichnungen und Symbolen zum Ausdruck zu bringen. Insbesondere die „Männer im Team“ haben sich darüber hinaus auch als echte Handwerker erwiesen, denn all die Ausschnitte in den Holztafeln mussten ja erst einmal ausgesägt werden. Bei der Endmontage und beim Aufbau der Krippe hat uns dann Gott sei Dank der Hausmeister, Herr Kohl, tatkräftig unterstützt. Ohne ihn wäre all das sicherlich nicht so möglich gewesen. Die Tatsache, dass das Filmteam der ‚Kreativen Medienwerkstatt‘ am Tag des Krippenbaus ebenfalls die ganze Zeit vor Ort war, hat natürlich zusätzlich für Motivation und Durchhaltevermögen gesorgt. Es war ein anstrengender, ein langer, aber auch ein bereichernder Tag, und auch dem Künstler und Projektleiter, Stefan Weyergraf gen. Streit, hat es viel Spaß gemacht, diese Krippe mit uns zu bauen. Mit dem Ergebnis ist er ebenfalls sehr zufrieden.

Angela Vogl        (November 2021)

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